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SophiesHenker
lo-fi underground artist

Eike S. Wedemeyer (*1978)

Als Sohn eines Berufssoldaten und einer Sekretärin ist er in Scheeßel aufgewachsen. Dort lebt er auch heute mit seinen beiden Kindern.
Seit 2005 ist er bei einem freien Träger als Schulsozialarbeiter und Leitung eines Jugendtreffs tätig.

Kreative Tätigkeit:

Durch seine Arbeitsweise kommt er zu schnellen Ergebnissen und kann in Serie arbeiten. Das Zitieren und Umgestalten von Abbildern und Wirken zwischen traditionellen und computergestützen Arbeitstechnichniken erlauben es ihm, seine Portäts ständig flexibel zu be- und überarbeiten und mit Texten zu ergänzen. Der Arbeit in Serie entgegnet er mit traditionellen Techniken wie Linoldruck oder Tintenzeichnungen. Dabei ist ihm ein Ausgleich zwischen seriellem Anfertigen und einer handwerklichen Auseinandersetzung wichtig.

In Zukunft plant er Absinth zu trinken, Selbstverstümmelung durch Ohrabtrennung plant er nicht.

Aktuelle Projekte:

 

Den Henker erreicht man unter:

henkersmailzeit@gmx.de

 

Und warum hört der Henker auf einen so schaurigen Namen?

Einer alten Sagen nach, es muss Anfang der 90er gewesen sein, kam er zu einem Langspieler von Achim Reichel – „Klabautermann“ (1977). Dieses Werk enthielt unter anderem eine vertonte Bluesrockversion vom gleichnamigen Gedicht „Galgenbruders Lied an Sophie, die Henkersmaid“ – Text: Christian Morgenstern. Diese einfache Bluesnummer blieb dem Henker im Gedächtnis und wurde zum Urgedanken seines Pseudonyms.

  • Der erste Langspieler, wir nennen es mal Demo, gemeinsam mit dem Wettermann eingespielt trug dann auch schon den Titel „Sophie„. Jedoch erschienen auf dem Cover der Urversion die Geburtsnamen der Protagonisten. Die Pseudonyme tauchten erst auf nachfolgenden Werken auf.

  • Der Henker soll angeblich auch seine Tochter mit dem zweiten Vornamen „Sophie“ bedacht haben.

Galgenbruders Lied an Sophie, die Henkersmaid
Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Meran)

Sophie, mein Henkersmädel,
komm, küsse mir den Schädel!
Zwar ist mein Mund
ein schwarzer Schlund –
doch du bist gut und edel!

Sophie, mein Henkersmädel,
komm, streichle mir den Schädel!
Zwar ist mein Haupt
des Haars beraubt –
doch du bist gut und edel!

Sophie, mein Henkermädel,
komm, schau mir in den Schädel!
Die Augen zwar,
sie fraß der Aar –
doch du bist gut und edel!

Anmerkung

Strophe 1
Sophie ist des Henkers Töchterlein. Außerdem aber hieß Sophia stets Weisheit. Der zweite Sinn ist demnach folgender: Gib mir deinen Gnadenkuß, o Weisheit! Zwar wird mein Mund immer nur Worte der Finsternis stammeln – „doch du bist gut und edel“.

Strophe 2
Des Haars: nämlich der natürlichen schützenden Hülle jugendlicher Illusionen.

Strophe 3
Wenn dir die Weisheit in den Schädel schauen soll, mit andern Worten, wenn du dich selbst erkennen willst, so muß dir vorher die Augen für das, was du bisher deine Welt genannt hast, der Aar, das heißt der Geist des Zweifels, aufgefressen haben. Das „zwar“ ist lediglich „rhetorisch“. Es müßte eigentlich etwa so heißen: Das Aug sogar / bracht‘ ich dir dar / denn du bist usw.

Quelle: www.Christian-Morgenstern.de